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#artworkoftheweek

Albert Anker - Schreibendes Mädchen nach rechts, 1906

  

Albert Anker - Schreibendes Mädchen nach rechts, 1906
Aquarell auf Papier
24.5 x 24.5 cm

Albert Anker zählt zu den populärsten Schweizer Genremalern des 19. Jahrhunderts. Die Sujets seiner Werke sind oft das kindliche Spiel, der Schulbesuch, das Lesen und Lernen sowie häusliche Tätigkeiten wie Stricken und Weben. Stets stand in seiner Kunst das Interesse am Menschen im Vordergrund. Zu seinen liebsten Modellen gehörten die eigenen Kinder.

So möglicherweise auch in dieser Arbeit „Scheibendes Mädchen nach rechts“ von 1906. Mit meisterhafter, scheinbarer Leichtigkeit gelang es Albert Anker in diesem Aquarell die feinsten Farbnuancen auf das Papier zu bringen und die ruhige, konzentrierte Stimmung der Szene einzufangen. Das Mädchen hat ihren Blick fest auf ihr Schulheft gerichtet, in das sie fein säuberlich Zeilen schreibt. Ihr golden schimmerndes Haar ist zu einem ordentlichen Zopf geflochten und auf der Kleidung des Mädchens sind keinerlei Flecken zu finden. Alles in diesem Bild widerspiegelt Ordnung, Konzentration und Reinheit. Beinahe vergisst man, dass die Malerei durch das fleckige Auftragen von Farbe entstand und der Duktus an sich einen gewissen Kontrast zur geordneten Stimmung im Bild darstellt. Durch den dunkel gehaltenen Hintergrund erschafft Anker eine Lichtsituation, die einer Bühne gleicht. Das Kind wird durch die subtile Beleuchtung ins Rampenlicht geholt und der Tätigkeit des Schreibens wird somit noch mehr Bedeutung verliehen.

Zum Künstler
Albert Anker
Ins, 1831 — 1910

1836 erhält Albert Anker (1831, Bern – 1910, Bern) im Alter von fünf Jahren erstmals Zeichenunterricht bei Frédéric-Wilhelm Moritz und bei Louis Wallinger. 1851 unternahm er seine erste Reise nach Paris, wo er im Louvre Kopien Alter Meister anfertigte. Im Anschluss begann er ein Theologiestudium, das er 1853 schliesslich abbrach, um sich der Malerei zu widmen. In Paris studierte er von 1855 bis 1860 an der Ecole Impériale et Spéciale des Beaux-Arts. Von 1859 bis 1885 waren seine Gemälde regelmässig im renommierten Pariser Salon vertreten. Von 1870 bis 1874 war Anker Mitglied des Grossen Rates des Kantons Bern und setzte sich dort für den Bau des Berner Kunstmuseums ein, das 1873 eröffnet wurde. 1890 gab er seinen Wohnsitz in Paris auf und zog in sein ehemaliges Elternhaus nach Ins. 1990 wurde er mit dem Ehrendoktor der Universität Bern ausgezeichnet.
Albert Anker zählt zu den populärsten Schweizer Genremalern des 19. Jahrhunderts. Die bis heute ungeschmälerte Beliebtheit von Ankers Werk basiert auf einer allgemeinen Verständlichkeit, weshalb der Künstler häufig als «Nationalmaler» bezeichnet wird. Seine Hauptthemen umfassen das kindliche Spiel, den Schulbesuch, Tätigkeiten wie Lesen und Lernen sowie häusliche Beschäftigungen wie Stricken und Weben. Stets stand das Interesse am Menschen im Vordergrund. Zu seinen liebsten Modellen gehörten die eigenen Kinder. Dem gegenüber stehen über 30 Gemälde, in denen er sich der Bildgattung des Stilllebens zuwandte.