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Buchvorstellung: «Kuba – Freiheit oder Terror: Ein Maler erlebt die Revolution» von Rudolf Häsler

Rudolf Häsler, der Schweizer Künstler, brach aus der Enge seines Heimatlandes aus, wie es einer kulturbedingten und langen Tradition unter den Schweizer Künstlern zu entsprechen scheint. Dass er sich dann in der weiten Welt ausgerechnet in eine Kubanerin verliebte und sie in einem 14-tägigen Aufenthalt auf Kuba heiraten wollte, war sein ganz persönliches Schicksal. 

Dia von Rudolf Häsler während seines Aufenthaltes in Kuba

Denn er fiel präzise mitten ins Zentrum der kubanischen Revolution und ließ sich von der Begeisterung des kubanischen Volkes für eben diese Revolution anstecken. Er war mit Feuer und Flamme dabei, die „Revolution in Freiheit“ mitzumachen, und war auch bereit, Jahre seiner besten Schaffenskraft für den revolutionären Humanismus hinzugeben. Den fortschreitenden Totalitarismus erlebte er aus nächster Nähe innerhalb des Staatapparates in voller Intensität, als er zur Position eines Nationalen Direktors für Kunstgewerbe aufstieg und somit auch Augenzeuge dieses Vorgangs wurde, der in seinen Details bis dahin noch nie beschrieben worden ist. Das Risiko er Freiheitsliebe kostete ihn dann allerdings beträchtliches Schmerzensgeld.
Die kubanische Revolution ist längst Geschichte geworden, doch der Weg, mit Hilfe eines ganzen Volkes eine Revolution anzubahnen, um dann, an die Macht gelangt, ein neues totalitäres System durchzuexerzieren, ist auch heute noch schmerzlich aktuell. Die breite Weltöffentlichkeit ist zwar über die historische Deutung dieses Prozesses weitgehend dokumentiert, im deutschsprachigen raum aber ist die Information darüber noch recht spärlich.

Dieses Buch kommt keineswegs aus einem spezifischen ideologischen Lager, es ist die Erzählung des Einzelschicksals eines Mannes, der sich Gedanken macht über das Erlebte. Es ist die Dokumentation über ein Weltereignis, mit eigenen Augen gesehen und hautnah miterlebt, vom idealistischen Beginn bis zum ruhmlosen Ende dieser „olivgrünen Revolution“. Rudolf Häsler, der Künstler, gerät unversehens auf die Rutschbahn der Weltpolitik und erlebt als Augenzeuge ein sehr wichtiges und gravierendes Kapitel der unmittelbaren Weltgeschichte. Die zwölf Jahre Kuba haben ihn geprägt, das aufregend geschriebene Buch schildert seine außergewöhnliche Zeit.

Anfang 2017 ist die bromer edition ins Leben gerufen worden, welche mit der Herausgabe der Neuauflage von Rudolf Häslers Werk „Kuba -  Freiheit oder Terror“ ihr Debut feierte. Die Buchvernissage fand am 8. April in der bromer kunst statt.

Zum Künstler
Rudolf Häsler
Interlaken, 1927 — 1999

Rudolf Häsler (29.7.1927, Interlaken - 18.1.1999, Sant Cugat del Vallès) war ab 1947 in Interlaken als Primarlehrer tätig. Gleichzeitig nahm er aber Malunterricht und reist durch Europa. 1952 gab er seinen Lehrerberuf auf und widmete sich komplett der Kunst. Reisen in die Sahara, nach Sevilla, Granada, Italien, Jugoslawien und Andalusien folgten. 1956 lernte er in Granada die Kubanerin María Dolores Soler kennen. 1957 reiste er mit ihr in ihre Heimatstadt Santiago de Cuba und heiratete sie dort. Fasziniert von dem Land, entschied sich Häsler in Kuba zu bleiben und gründete dort eine Familie.
Auf Kuba erlebte Häsler den Höhepunkt der Kubanischen Revolution von dessen Aufbruchsstimmung er selbst begeistert war. Er wollte sich aktiv an diesem gesellschaftlichen Wandel beteiligen und schloss sich einer Künstlergruppe an, die sich insbesondere der Kunst am Bau widmete. Weiter entwickelte er ein Konzept zum Aufbau einer landesweiten Keramik-Industrie, welches von der Regierung genehmigt wurde. Er stieg zum geschäftsführenden Berater im neugegründeten Nationalinstitut für Kunstgewerbe auf und wurde 1960 zum Direktor befördert. Nach dem argentinischen Revolutionshelden Ernesto «Che» Guevara, der damalige Industrieminister, war Häsler damals der zweithöchste ausländische Abgeordnete im kubanischen Staat.