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Clara Porges – Im Bergell bei Soglio, o. J.

     

Clara Porges - Im Bergell bei Soglio, o.J.
Aquarell auf Papier
44 x 59 cm

Clara Porges hat in ihren farbtrunkenen Aquarellen die faszinierenden Berg- und Seelandschaften, die zu ihrer zweiten Heimat geworden waren, meisterlich zum Ausdruck gebracht. Dabei nahmen die im Hochgebirge anzutreffenden Arven und Lärchen eine besondere Stellung ein. Die meist prominent im Vordergrund platzierten und als Ausschnitt dargestellten, verästelten Bäume avancierten zu einem typischen Merkmal in Porges‘ Oeuvre.

So auch im Aquarell „Im Bergell bei Soglio“, bei welchem der besonders ungewöhnliche und an die Fotografie erinnernde Ausschnitt von der ungemeinen Kreativität der Künstlerin zeugt. Im Vordergrund positioniert, wird die Tanne vom oberen sowie unteren Bildrand beschnitten, wodurch sie in ihrer Gestalt nahezu monumental anmutet und aus dem Werk zu ragen scheint. Sowohl die ungewöhnliche Komposition als auch die eigentümliche Perspektive tragen zum mystischen Charakter bei, den Porges jeweils ihren Engadiner Berglandschaften verliehen hatte.

Ferner setzen sich die Nadelbäume durch ihre intensive Farbgebung von der hellen Landschaft, die sich in der Ferne ausbreitet, wie Silhouetten ab. Bewegt und gekrümmt, elegant und zäh zugleich durchbrechen Arven und Lärchen den durch senkrechte Formen bestimmten Hintergrund und erinnern nicht zuletzt an die berühmten japanischen Farbholzschnitte des 18. Und 19. Jahrhunderts, die damals bei den europäischen Kunstschaffenden sehr beliebt waren.