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#artworkoftheweek

Cuno Amiet - Herbst auf der Oschwand, 1922

  

Cuno AmietHerbst auf der Oschwand, 1922
Öl auf Leinwand
65 x 84 cm

Cuno AmietHerbst auf der Oschwand, 1922
Öl auf Leinwand
65 x 84 cm

In diesem bemerkenswerten Gemälde malte Cuno Amiet Oschwand im Herbst 1922. Oschwand, ein kleines Dorf in der Schweiz, ist der Ort, an dem er sich 1989 niederließ. Es wurde zum Zentrum seines künstlerischen Schaffens, zum Treffpunkt für Kunstsammler und Künstler sowie zum Motiv für viele seiner Bilder. Der blassrosa Himmel kontrastiert mit den satten Farben der Landschaften. Die Farben Rot, Gelb und Grün wurden in einem schnellen Stil aufgetragen, der ein turbulentes Farbfeld hinterließ, in dem das kleine Dorf inmitten verborgen und verschlungen ist. Die dunkelroten Konturlinien sind mehr Farbfeld oder Zwischenräume zwischen unterschiedlich farbigen Bereichen. Die reizvolle Landschaft wird zu einem bunten, tanzenden Dschungel. 
Oschwand ist bis heute ein schönes, natürliches Dorf in einer abgelegenen Landschaft, wie es Amiet vor fast hundert Jahren dargestellt hat. 
 

Cuno AmietHerbst auf der Oschwand, 1922
Öl auf Leinwand
65 x 84 cm

Cuno AmietHerbst auf der Oschwand, 1922
Öl auf Leinwand
65 x 84 cm

Zum Künstler
Cuno Amiet
Solothurn, CH, 1868 — 1961

Cuno Amiet (28.3.1868, Solothurn - 6.7.1961, Oschwand) malte bereits mit 15 Jahren das erste Selbstbildnis. 1884 lernte er durch seinen Vater den Maler Frank Buchser kennen, bei dem er die folgenden zwei Jahre unterrichtet wurde. Im Herbst 1886 ging Amiet nach München und studierte dort an der Akademie der Bildenden Künste. 1887 begegnete er Giovanni Giacometti, der ein lebenslanger Freund für ihn wird. Im folgenden Jahr reisten sie zusammen nach Paris und Amiet begann ein Studium an der Académie Julian. Ab 1892 war Amiet jedoch zunehmend unzufrieden mit dem Akademieunterricht und entschied sich nach Pont-Aven zu gehen, wo er Gauguin und van Gogh entdeckte und die Grundlagen für seinen Kolorismus legte.
1894 konnte Amiet in der Kunsthalle Basel ausstellen, doch stiess seine Verwendung reiner Farben bei der Kunstkritik vorwiegend auf Ablehnung. 1898 erhielt er den Auftrag, ein Porträt Ferdinand Hodlers anzufertigen, wodurch ein intensiver Kontakt zu dem Künstler entstand und Amiet sich mit dem Jugendstil auseinandersetzte.
1905 stellte Amiet in der Galerie Richter in Dresden aus, wodurch die Brücke Künstler auf ihn aufmerksam wurden. 1906 wurde er von Erich Heckel zur Mitgliedschaft eingeladen und bereits im selben Jahr beteiligte er sich an der ersten Brücke-Ausstellung in Dresden.
1914 zeigte Amiet in einer Einzelausstellung im Kunsthaus Zürich 124 Werke. 1919 wurde ihm der Ehrendoktor der Universität Bern verliehen. Heute gilt Cuno Amiet als einer der wichtigsten Wegbereiter der Klassischen Moderne in der Schweiz.