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Cuno Amiet – Stillleben mit Fayence und Äpfeln, 1893

   

Cuno Amiet »Stillleben mit Fayence und Äpfeln«, 1893, Inv.-Nr.6-71

Cuno AmietStillleben mit Fayence und Äpfeln, 1893
Öl auf Leinwand
49 x 28.6 cm

„Seit Wochen male ich nichts als Stillleben. Und geniesse dabei die reinste Malfreude. […] Ein Apfel soll nicht so sein, dass man ihn anbeissen möchte. Er soll so sein, dass er mit allen übrigen Teilen des Bildes ein harmonisches Ganzes bildet: Das ist seine Aufgabe. […] Jede Form und jede Farbe soll beitragen ein harmonisches Ganzes zu bilden.“ – Cuno Amiet, 1954

Amiets Textauszug kann als eine Art Manifest gedeutet werden, in dem der Künstler formuliert, ein Maler solle anstatt eine Illusion der Wirklichkeit zu erzeugen, Form und Farbe in einer harmonischen Synthese im Bild zusammenführen. Gemäss seinem Wortlaut scheint Amiet im Stillleben eine Gattung gefunden zu haben, in der er ein „harmonisches Ganzes“ in kunstvollen Arrangements zu komponieren vermag.

Zum Künstler
Cuno Amiet
Solothurn, CH, 1868 — 1961
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Cuno Amiet (1868, Solothurn – 1961, Oschwand) gab als erster Schweizer Künstler der Farbe den Vorrang in der Komposition und gilt als Wegbereiter der modernen Malerei in der Schweiz. Als Fünfzehnjähriger malte Amiet das erste Selbstporträt, bevor er 1884 Schüler von Frank Buchser wurde. 1886 – 1888 besuchte Amiet die Akademie der Bildenden Künste in München und anschliessend die Académie Julian in Paris. 1892 ging er für ein Jahr nach Pont-Aven, wo er Paul Gauguin und Vincent van Gogh entdeckte und die Grundlagen für seinen Kolorismus legte.
Bei seiner Rückkehr in die Schweiz stiess seine Verwendung von reinen Farben auf Ablehnung. Unter dem Einfluss Ferdinand Hodlers, zu dem er bis 1905 eine enge Freundschaft pflegte, setzte er sich mit dem Jugendstil auseinander. Dann wurde die Künstlergruppe Die Brücke auf Amiet aufmerksam und gewann ihn als Mitglied (1906 – 1913). Er experimentierte erneut mit einem reinen Kolorismus und es entstand ein eigenständiges, reichhaltiges Werk, in dem vier Themen besonders hervortraten: Der Garten, die Obsternte, die Winterlandschaft und das Selbstporträt. Der Ort Oschwand, wo er sich 1898 niederliess, wurde ab 1908 zu einem Zentrum künstlerischen Schaffens und einem Treffpunkt für Kunstinteressierten.