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Erich Heckel - Am Strand, 1925

   

Erich Heckel - Am Strand, 1925
Wachskreide auf Papier
65 x 55.5 cm

Von 1909 bis 1911 verbrachte Erich Heckel (1883-1970) mit Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938), Freundinnen und Modellen den Sommer an den Moritzburger Teichen bei Dresden. Bei diesen Aufenthalten widmeten sich die Künstler vorwiegend dem sich bewegenden Akt in der freien Natur. Diese Studien beschäftigen Heckel bis in die 1930er Jahre.
Am Strand von 1925 ist in diese Werkgruppe zu verorten. Mit unruhigen, forschenden Strichen brachte Heckel die Szene auf das Papier. Dabei wird den beiden Frauenfiguren ebenso viel Aufmerksamkeit geschenkt, wie der umgebenden Natur. Die vorwiegend kantigen Linienformen deuten die Bäume, Büsche, den Strand und die Körper in einer ausgeprägten Reduktion an. In dieser Arbeit tritt die stilistische Anwendung des Non-finito deutlich zu Tage, ein Begriff der auf das 15. Jahrhundert zurückzuführen ist. Hierbei wird davon ausgegangen, dass der Betrachter nicht vollständig ausformulierte Zeichnungen selbst zu Ende sehen und die Lücken gedanklich schliessen kann. Auch Leonardo da Vinci war davon überzeugt, dass das Non-finito eine hohe künstlerische und intellektuelle Leistung bedeutet.

Zum Künstler
Erich Heckel
Döbeln, 1883 — 1970

Erich Heckel (31.7.1883, Döbeln - 27.1.1970, Radolfzell am Bodensee) begann 1904 ein Architekturstudium in Dresden, wo er Ernst Ludwig Kirchner und Fritz Bleyl kennenlernte. Bereits 1905 brach er das Studium wieder ab und entschloss sich für eine autodidaktische Laufbahn als Künstler. Im Juni desselben Jahres gründete er mit Kirchner, Beyl und Karl Schmidt-Rottluff in Dresden die Künstlergruppe Brücke
1937 wurde ein Ausstellungsverbot für Heckels Werke ausgesprochen. Im Zuge der Aktion „Entartete Kunst“ fielen zahlreiche seiner Arbeiten Verbrennungen und Zerstörungen zum Opfer. 1944 fand Heckel Zuflucht in Hemmenhofen am Bodensee. Nach Kriegsende erhielt er verschiedene Aufforderungen nach Berlin zurückzukehren und ein Lehramt an der Hochschule der Künste zu übernehmen, doch lehnte er ab und blieb bis zu seinem Lebensende in Hemmenhofen.