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#artworkoftheweek

Erich Heckel - See zwischen Bergen, 1960

  

Erich Heckel - See zwischen Bergen, 1960
Tusche auf Papier
49.5 x 62 cm

Ab 1920 hielt sich Erich Heckel immer wieder in den Alpen auf und schuf dort Aquarelle und Zeichnungen. Zwischen 1954 und 1965 reiste er vermehrt in die Bergwelt des Oberengadins. Auf einem dieser Ausflüge scheint 1960 See zwischen Bergen entstanden zu sein.

Dünne Linien formen die Konturen der Hügel und Kanten der Bergmassive und des Seeufers in einer ausgesprochenen intuitiven Leichtigkeit nach. Im Kontrast zu dieser linearen Zeichnung steht die flächige Tuschemalerei, die dem Dargestellten eine Tiefe und Plastizität verleiht. Gleichzeitig erinnert das Zusammenspiel von Linie und Fläche an traditionelle japanische Tuschemalereien, in denen oftmals die Bergwelt dargestellt ist.
Interessanterweise lässt Heckel den See als weisse Fläche stehen und deutet nur durch wenige Pinselstriche im unteren Bereich einen Wellenschlag an. Diese Leere in der Bildmitte steht in einem klaren Kontrast zu der dunklen und linienreichen Umgebung. So wird der Blick in einer kreisförmigen Bewegung um die Bildmitte herumgeleitet, was dazu führt, dass der Betrachter keinen Ruhepunkt findet und das Auge unentwegt über die Bildfläche wandert.

Diese Tuschezeichnung und weitere Kunstwerke können in unserer Online Galerie erworben werden.

Zum Künstler
Erich Heckel
Döbeln, 1883 — 1970

Erich Heckel (31.7.1883, Döbeln - 27.1.1970, Radolfzell am Bodensee) begann 1904 ein Architekturstudium in Dresden, wo er Ernst Ludwig Kirchner und Fritz Bleyl kennenlernte. Bereits 1905 brach er das Studium wieder ab und entschloss sich für eine autodidaktische Laufbahn als Künstler. Im Juni desselben Jahres gründete er mit Kirchner, Beyl und Karl Schmidt-Rottluff in Dresden die Künstlergruppe Brücke
1937 wurde ein Ausstellungsverbot für Heckels Werke ausgesprochen. Im Zuge der Aktion „Entartete Kunst“ fielen zahlreiche seiner Arbeiten Verbrennungen und Zerstörungen zum Opfer. 1944 fand Heckel Zuflucht in Hemmenhofen am Bodensee. Nach Kriegsende erhielt er verschiedene Aufforderungen nach Berlin zurückzukehren und ein Lehramt an der Hochschule der Künste zu übernehmen, doch lehnte er ab und blieb bis zu seinem Lebensende in Hemmenhofen.