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Francis Picabia – Je Me Demande, 1949

   

Francis Picabia »Je Me Demande«, 1949, Inv.-Nr.209-11

Francis PicabiaJe Me Demande, 1949
Öl auf Karton
75.5 × 52.5 cm

1949 wurde Francis Picabia bereits mehrmals mit Retrospektiven und grossen Ausstellungen in namhaften Museen geehrt und er kann auf ein umfassendes und vor allem vielfältiges Oeuvre zurückblicken.
Ab 1945 besann sich Picabia, angeregt durch eine neue Generation von abstrakten Künstlern, auf seine eigenen abstrakten Tendenzen zurück. „Je me demande“ (Ich frage mich) erinnert an Picabias Arbeiten der 20er Jahre, weist jedoch mehrheitlich organische Formen auf. Der gestisch aufgetragene beige-gelbe Hintergrund dominiert das Gemälde. Schwarze, weisse und gelbe geschwungene Linien scheinen Umrisse nachzufahren oder etwas zu symbolisieren. Fast meint man, Figuren erkennen zu können, vielleicht ein Herz in der roten Fläche im oberen mittleren Bereich, doch zerfällt der Eindruck sofort wieder und die Pinselspuren bleiben rein abstrakt.
Der Titel der Arbeit verweist mit einem Hauch von Ironie darauf, was der Betrachter vor dem Gemälde denkt: „Je me demande“ (Ich frage mich). Tatsächlich lässt das Bild viele Fragen offen: Was bedeuten diese Zeichen? Ist das eine Figur? Kann ich etwas erkennen? Doch werden keine Antworten geliefert, womit Picabia hier zu spielen scheint.

Francis Picabia »Je Me Demande«, 1949, Inv.-Nr.209-11
Francis Picabia »Je Me Demande«, 1949, Inv.-Nr.209-11
Zum Künstler
Francis Picabia
Paris, 1879 — 1953

Francis Picabia, 1879 geboren in Paris, war wohl einer der vielseitigsten Künstler der Moderne. Er selbst schrieb 1922: "Wenn du saubere Ideen haben willst, dann wechsle sie wie ein Hemd". Seine erfinderische Karriere erstreckte sich über fast 50 Jahre, in denen er sich als Maler, Dichter, Verleger, Filmemacher und Performancekünstler einen Namen machte. Während des Ersten Weltkrieges war Picabia in New York, Barcelona und der Schweiz im Exil. In dieser Zeit gab er die Zeitschrift 391 heraus und die Maschine wird ein wichtiges Sujet in seiner Kunst. Nach Kriegsende kehrte Picabia nach Paris zurück, wo er mit den Dadaisten, angeführt von Tristan Tzara, zusammentraf. Heute ist Picabia vor allem für seine dadaistischen Arbeiten bekannt, doch reichten seine Stilrichtungen vom Impressionismus, über eine radikale Abstraktion bis hin zu einer pseudoklassizistischen Malerei. Picabia durchkreuzte Stilrichtungen und experimentierte mit Materialien wie kein anderer Künstler zu seiner Zeit. So beschrieb Marcel Duchamp Picabias Karriere 1949 treffend als eine "kaleidoskopische Serie von Kunsterfahrungen".