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Francis Picabia - L'Eglise de Montigny, Effet D'Automne, 1908

  

Francis Picabia - L'Eglise de Montigny, Effet D'Automne, 1908
Öl auf Leinwand
65 x 81 cm

Das post-impressionistische Gemälde L'Eglise de Montigny entstand 1908, in einer Zeit, in der sich Francis Picabia (1879 - 1953) intensiv mit Arbeiten von Camille Pissarro (1830 - 1903) und Alfred Sisley (1839 - 1899) beschäftigte. Mit einem sicheren Gespür für Komposition und atmosphärische Wirkung bannt Picabia die herbstliche Szenerie in Montigny gekonnt auf die Leinwand. In einer pointilistischen Weise legte er die intensiven Farbtupfen in einer pastosen Malweise nebeneinander und liess diese teilweise zu kurzen Strichen auslaufen, um so das Lichterspiel in den Laubblättern zu betonen. Die strahlenden Blautöne die im Himmel, im Fluss sowie in der Kirche auftauchen, stehen in einem spannungserzeugenden Kontrast zu den vorwiegenden Braun- und Grüntönen des Bodens und der Bäume im Vordergrund. Durch diese Farbkomposition lässt Picabia den Mittelpunkt des Gemäldes aufleuchten und betont die Kirche in der Ferne.

L'Eglise de Montigny zeigt die technische Versiertheit von Francis Picabia. Die zwischen 1903 und 1908 entstandenen Gemälde fanden ihren Weg in mehrere zeitgenössische Ausstellungen und das Publikum sowie die Kritiker waren von den Arbeiten begeistert. Daraufhin folgten auch Schauen im Ausland, so etwa in Berlin, Barcelona und London.

Zum Künstler
Francis Picabia
Paris, 1879 — 1953

Francis Picabia (1879, Paris – 1953, Paris) war wohl einer der vielseitigsten Künstler der Moderne. Er selbst schrieb 1922: «Wenn du saubere Ideen haben willst, dann wechsle sie wie ein Hemd». Seine erfinderische Karriere erstreckte sich über fast 50 Jahre, in denen er sich als Maler, Dichter, Verleger, Filmemacher und Performancekünstler einen Namen machte. Während des Ersten Weltkrieges war Picabia in New York, Barcelona und der Schweiz im Exil. In dieser Zeit gab er die Zeitschrift 391 heraus und die Maschine wird ein wichtiges Sujet in seiner Kunst. Nach Kriegsende kehrte Picabia nach Paris zurück, wo er mit den Dadaisten, angeführt von Tristan Tzara, zusammentraf. Heute ist Picabia vor allem für seine dadaistischen Arbeiten bekannt, doch reichten seine Stilrichtungen vom Impressionismus, über eine radikale Abstraktion bis hin zu einer pseudoklassizistischen Malerei. Picabia durchkreuzte Stilrichtungen und experimentierte mit Materialien wie kein anderer Künstler zu seiner Zeit. So beschrieb Marcel Duchamp Picabias Karriere 1949 treffend als eine «kaleidoskopische Serie von Kunsterfahrungen».