Direkt zum Inhalt
Intro
#showcased

François Morellet - Frank O. Gehry

   

François Morellet2 trames de petits carrés -9° +9°, 1974
Acryl und Siebdruck auf Hartfaserplatte
80 x 80 cm

Der Titel 2 trames de petits carrés -9° +9° verrät, wie Morellet diese Arbeit der Werkgruppe «interference» (Eingriff/Überlagerung) schuf: mit zwei Rastern aus kleinen Quadraten, die er aus der Bildmitte heraus 9 Grad nach links und 9 Grad nach rechts verschoben hat. In dieser mathematisch errechneten Überlappung dienten die Raster als Schablone für den aufgetragenen Siebdruck. So entstand ein feines, geometrisches Muster aus kleinen Punkten auf einer weissen Fläche. Interessanterweise hat das Übereinanderlegen der Quadrate eine scheinbar kreisförmige Struktur hinterlassen, weshalb man versucht ist, das Quadratmuster ausfindig zu machen. Bei diesem Vorhaben tauchen verschiedene Formen und Zeichen aus der Bildfläche auf, ohne dass die zugrundeliegenden Raster letztlich identifizieren werden können.
François Morellet setzt sich in seinem Werk vor allem mit Malerei, Lichtkunst, Kinetischer Kunst und Bildhauerei auseinander. Seine Arbeiten werden dem Minimalismus und der Konkreten Kunst zugeordnet und beruhen auf einer strikt rationalen Anwendung mathematischer Systeme kombiniert mit einer humorvollen Verspieltheit. Gitter- und Flächenstrukturen sowie lineare Anordnungen kennzeichnen sein Werk.

Frank O. GehryEasy Edges Side Chair, 1970
beschichtete Wellpappe
82 x 35.5 x 48 cm


Anfang der 1970er Jahre entwarf Frank O. Gehry die «Easy Edges»-Kollektion – einer Gruppe von siebzehn Pappmöbeln, die dem jungen, kanadischen Architekten nationale Aufmerksamkeit brachte und später zu internationalem Renommee verhalf. Hergestellt aus geschichteter Wellpappe, verkörpert dieser Stuhl die ästhetische Kombination eines rohen, gewöhnlichen Materials mit modernem, geometrischem Design. «Eines Tages sah ich vor meinem Büro einen Stapel Wellpappe – das Material, das ich für den Bau von Architekturmodellen bevorzuge – und ich begann, es mit einer Handsäge und einem Taschenmesser zu Formen zu verarbeiten.» Das Ergebnis war ein überraschend robustes, industrielles und doch ökologisch bewusstes Möbelstück, das in seiner Verwendung eine edle Textur entwickelte. Durch die innovativen Experimente im Möbeldesign und seine prozessualen Auseinandersetzungen erhielt Gehry den Ruf als Pionier auf dem Gebiet der modernen Architektur.