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Hans (Jean) Arp - Pagodenfrucht, 1949

   

Hans (Jean) Arp »Pagodenfrucht«, 1949, Inv.-Nr.209-14

Hans (Jean) Arp - Pagodenfrucht, 1949
Mischtechnik (Gips) mit Resten einer Bronzierung
90 x 70 x 65 cm

Hans Arps (1886 – 1966) künstlerisches Schaffen zeichnet sich durch seine biomorphen Werke aus, deren Vorbild das Werden und Wachsen der Natur darstellte. Er selbst äusserte sich zu seinem Werkprozess folgendermassen: „Wir wollen bilden, wie die Pflanze ihre Frucht bildet, und nicht abbilden.“

Die vollplastisch gearbeitete, aus organischen Formen gebildete „Pagodenfrucht“ ist horizontal in zwei Bereiche unterteilt und verfolgt keine Symmetrieachse. Die tropfenförmige, obere Hälfte erscheint wie ein Kopf auf einem massiven Körper. Gleich einem Keimling wächst die abgerundete, obere Spitze empor, während der spiralförmig verdrehte, untere Skulpturenteil in einer wurzelartigen und über den Sockel herausragenden Verlängerung endet. Auf diese Weise stehen die beiden Hälften der Skulptur in einem spannungsvollen Gegensatz zueinander. Ferner werden alle Schauseiten durch ein lebhaftes Wechselspiel von konvexen und konkaven Formen bestimmt. Die Skulptur trägt den dadaistisch anmutenden Titel „Pagodenfrucht“, da sie laut Arp eine Frucht seiner Fantasie sei und der obere Teil ihn gleichzeitig an das Walmdach einer chinesischen Pagode erinnere.

Arp schuf drei Bronzegüsse der «Pagodenfrucht». Eine erste Bronze mit schwarzer Patina wurde 1949 bei Susse gegossen und 1950 als eines von insgesamt fünf Werken des Künstlers an der Biennale in Venedig ausgestellt. Die hier besprochene Skulptur ist ein originaler Gipsabguss, mit dem Arp mit verschiedenen Farb- und Oberflächenbearbeitungen experimentierte. Um 1960 schenkte Arp das Werk dem befreundeten Bildhauer Georg von Kováts, wo es mehrere Jahrzehnte in Familienbesitz blieb.

Hans (Jean) Arp »Pagodenfrucht«, 1949, Inv.-Nr.209-14
Hans (Jean) Arp »Pagodenfrucht«, 1949, Inv.-Nr.209-14
Hans (Jean) Arp »Pagodenfrucht«, 1949, Inv.-Nr.209-14