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Joan Miró – Souvenir du Parc de Montsouris, 1937

   

Joan MiróSouvenir du Parc de Montsouris, 1937
Gouache und Tusche auf Papier
50.2 x 65 cm

„Souvenir du parc du Montsouris“ von 1937 ist in einer für Joan Miró schwierigen Zeit entstanden. Ein Jahr zuvor musste er nach Ausbruch des spanischen Bürgerkrieges Katalonien verlassen und nach Paris fliehen. Dieses einschneidende Erlebnis beeinflusste seine künstlerische Arbeit nachweislich, doch scheint das vorliegende Blatt vielmehr das Verspielte und Verträumte einer unbeschwerten Vergangenheit wiederzugeben. Eine kleine Strichfigur treibt mit einem Kanu auf dunklem Wasser in einer verwunschenen Umgebung, die einem Urwald gleicht. Nahe des ovalen Kopfes hat der Künstler seine Signatur platziert, womit deutlich wird, dass er sich selbst mit dieser Person identifiziert. Der Sichelmond verweist darauf, dass sich die Szene in der Nacht abspielt. Sich schlängelnde, grosse Wassertiere tauchen vor der Figur auf und scheinen nach links wegzuschwimmen.

Die Komposition besticht wie viele Zeichnungen Mirós durch den Kontrast zwischen weich kolorierten Bildflächen und den schwarzen klaren Linien. Die intuitive Platzierung der wenigen Bildelemente formt die Szenerie wie beiläufig und erschafft dennoch die Illusion einer Landschaft mit dichtem Wald, plätscherndem Gewässer und phantasievollen Lebewesen. Ab 1935 begann Miró seine Zeichnungen zu betiteln. „Souvenir du parc du Montsouris“ verweist auf den real existierenden Park Montsouris im Süden von Paris. Miró zeigt uns aber nur eine Erinnerung dieses Parks, die durch die surrealistischen Elemente wie ein Traum des Künstlers erscheint.