Direkt zum Inhalt
Intro
#showcased

Johann Gottfried Steffan – Ufer am Gardasee in Oberitalien, 1846

   

Johann Gottfried SteffanUfer am Gardasee in Oberitalien, 1846
Öl auf Hartfaserplatte
35 x 44 cm

Im Sommer 1845 reiste Johann Gottfried Steffan gemeinsam mit seinem aus Hannover stammenden Kollegen Edmund Koken nach Italien. Über die Dauer seines Aufenthaltes hielt Steffan in Zahlreichen Skizzen und Zeichnungen seine Eindrücke fest, wovon jedoch nur wenige schliesslich in Gemälden umgesetzt wurden. «Ufer am Gardasee in Oberitalien» ist eines dieser wenigen Werke, welches basierend auf den am Gardasee entstandenen Studien gefertigt wurde. In der feinen, doch flüssigen Pinselschrift verrät sich die Hand Steffans deutlich. Mittels wenigen Einzelmotiven gelang es ihm in dieser Komposition eine äusserst reizvolle Landschaft zu kreieren.

Über einen flachen und steinigen Strand am unteren, linken Bildrand wird der Blick in die italienische Seelandschaft geführt und trifft auf einen grossen Felsen, der aus dem seichten und grün-blau gefärbten Wasser im Vordergrund herausragt. Daneben liegt ein Fischerboot mit hohem Mast und schlaffem Segel, aus welchem zwei Männer im Begriff sind etwas zu hieven. Eine dritte Person lehnt sich im Hintergrund an den Schiffsmast und auf dem benachbarten Felsen lassen sich zwei weitere Gestalten ausmachen. Links im Hintergrund sind auf dem blauen, glatten Seespiegel drei weitere Segelboote zu erkennen, wobei letzteres am Horizont zu schweben scheint. Die rotbraun gehaltene Bergkette des jenseitigen Ufers schiebt sich von rechts bis über die Bildmitte hinein – eingebettet zwischen dem wolkenverhangenem Himmel und dem leuchtenden Wasser. Ferner nimmt der Himmel einen beträchtlichen Teil des Gemäldes ein und erinnert damit in seiner kompositorischen Ausführung an die niederländische Landschaftsmalerei des 17. Jahrhunderts

Zum Künstler
Johann Gottfried Steffan
Wädenswil, 1815 — 1905

Johann Gottfried Steffan (1815, Wädenswil – 1905, München) war einer der bedeutendsten Schweizer Landschaftsmaler des 19. Jahrhunderts.
Nach einer Lehre als Schriftlithograf reiste Steffan 1833 nach München, wo er die Akademie der bildenden Künste unter Peter von Corneliusn besuchte. Steffans Atelier in München wurde zum Mittelpunkt der Schweizer Künstler. So war etwa auch Arnold Böcklin in seinem Atelier tätig. Steffan unternahm mit seinen Kollegen Studienreisen in die Schweizer Alpen, bevorzugt ins Glarnerland und an den Walensee. Er war gleichzeitig ein Vertreter der Romantik und der Münchner Schule. Seine Gebirgslandschaften zeigen eine erhabene, idealisierte Natur, in der der Mensch vernichtend klein erscheint.