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Lawrence Weiner - Max Bill

   

Lawrence WeinerBelow Up – With Relation to a Volcano, 2010
Bleistift und Mischtechnik auf Papier
50.5 x 80.5 cm

In der Arbeit Below Up – With Relation to a Volcano positionierte Lawrence Weiner verschiedene Wörter, Sätze und typografische Symbole auf einem aufgefalteten Papier. Im Zentrum verläuft der Satz «WITH RELATION TO A VOLCANO» (mit Bezug auf einen Vulkan) in einer schrägen, leichten S-Kurve von oben links nach unten rechts. Ein pfeilartiges Symbol schiebt das H aus der Zeile hinaus, als würde es den fehlenden Abstand zwischen WITH und RELATION korrigieren wollen. Etwas links darunter steht untereinander «& SO ON & SO FORTH» wobei die Et-Zeichen als gestalterische Form verwendet werden und überdimensioniert in Farbe erscheinen. Rechts oben fügte Weiner noch ein Wortspiel ein, indem er das Wort «BELOW» (unter) über das Wort «UP» (oben) platzierte. Obwohl das Blatt auf den ersten Blick durch die grosse, weisse Fläche leer wirkt, sind viele versteckte Beziehungen zwischen den typografischen Elementen zu entdecken.

Der amerikanische Bildhauer und Konzeptualist Lawrence Weiner bezeichnet Sprache als sein Medium. «Ich bin in einer Stadt aufgewachsen, in der ich die Wände gelesen habe; ich lese immer noch die Wände. Ich liebe es, Arbeiten von mir auf Wände zu bringen und die Leute sie lesen zu lassen. Einige werden sich daran erinnern, und dann kommt jemand anderes und schreibt etwas anderes darüber. Es wird eher zur Archäologie als zur Geschichte.» Weiners Arbeiten existieren nur als Sprache und können in jeder Form ausgestellt werden. Seine Texte erscheinen an Wänden und Fenstern von Galerien und im öffentlichen Raum, auf Leinwänden und Papier, als Audioaufnahmen und Videos, in gedruckten Büchern und Postern, gegossenen oder geschnitzten Objekten, Tattoos, Graffiti, usw.

Max BillUlmer Hocker, 1954
Fichtenholz und Buchenholz
44 x 39 x 29 cm

Der Ulmer Hocker zählt zu den bekanntesten Arbeiten des Schweizer Architekten und Künstlers Max Bill. 1954 wurde das Designermöbel an der Hochschule für Gestaltung Ulm in Zusammenarbeit mit dem niederländischen Architekten Hans Gugelot entworfen. Formal entspricht der Ulmer Hocker dem traditionellen Tapezierhocker. Das Gestell besteht aus drei Brettern. Die Sitzfläche und beide Seitenwände sind aus Fichtenholz gearbeitet, der Querrundstab und die Kufen aus Buchenholz. Sämtliche Holzoberflächen sind unbeschichtet. Der Ulmer Hocker hat viele Verwendungsmöglichkeiten, so etwa als Sitzmöbel, Beistelltisch, Rednerpult, oder Teil eines Regals. An der Hochschule war der Hocker Teil jedes Seminar-, Ess- und Wohnraums und wurde daher zu ihrem Symbol.

Dieses frühe Exemplar wurde in der Tischlerei der Hochschule für Gestaltung Ulm unter der Leitung von Paul Hildinger gefertigt. Es stammt aus dem Nachlass von Jo Niemeyer, für den Max Bill den Hocker auf der Rückseite mit einem Stift signierte.