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Zürich - Rämistrasse

«Naked Lunch»

bis

Die unter dem Titel Naked Lunch kuratierte Ausstellung zeigt surreale und teilweise skurrile Werke von Künstlern wie Max Ernst, Le Corbusier, Chaim Soutine, Christian Schad, Daniel Spoerri und Dieter Roth. Als Inspiration diente das gleichnamige Buch (1959) des US-amerikanischen Schriftstellers William S. Burroughs und dessen Verfilmung (1991) von David Cronenberg. Darin werden disparate Aufzeichnungen von realen Erlebnissen, Halluzinationen und Fantasien in einem satirischen, grotesk übersteigerten Stil geschildert. Die Hauptfigur begegnet bizarren Kreaturen, wie etwa insektoiden Schreibmaschinen, und erlebt einen surrealen Albtraum. In Anlehnung thematisiert unsere Ausstellung das Skurrile und Absurde, Körperlichkeit und Sinnlichkeit sowie Wahrnehmung und Irritation in den gezeigten Werken. 

Georges Candilis
Chryssa
Le Corbusier
Tony Cragg
Manuel Dück
Max Ernst
Rudolf Häsler
Markus Lüpertz
Jonathan Meese
Joan Miró
Jean Prouvé
Josef Rikus
Dieter Roth
Christian Schad
Hans Schärer
Chaim Soutine
Daniel Spoerri
Philolaos Tloupas

Besuchen Sie auch den Online Viewing Room zur Ausstellung.

Chryssa - Ohne Titel, ca. 1960

Jonathan Meese - DER ERZFRISCHESTE MARMORIERTESTE CHEF "ZUKUNFT" MURMELT "GEH WEG", 2013

Daniel Spoerri - Puppen Läckerli, 1989

Max Ernst - Venus vue de la terre II, 1962

Jonathan Meese - GANGSTERMEESE 2 (BILLYKID), 2011

Le Corbusier - Nature morte à la lanterne, 1940

Georges Candilis
Ab 1945 war der griechische Architekt und Designer Georges Candilis im Atelier von Le Corbusier tätig, woraufhin bedeutende Kollaborationen realisiert wurden. Zusammen mit der finnischen Designerin Anja Blomstedt entstand eine Kollektion unter dem Namen Sentou. Die robusten Möbel sollten leicht zu demontieren und transportieren sein. Das Ziel Candilis’ war es stets seine Entwürfe den sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen der benachteiligten Bevölkerungsschicht anzupassen und den Menschen ins Zentrum zu stellen. «Der Respekt hat keine Formel, kein Rezept. Es ist das Gefühl, das Architekten bei ihren Kunden haben müssen; wenn die Konstruktion materielle Befriedigung geben kann, muss die Architektur darüber hinaus etwas bringen: die Würde und die Freiheit.»

Chryssa
Chryssa (Chryssa Vardea-Mavromichali, 1933, Athen – 2013, Athen) war eine Griechisch-Amerikanische Grafikerin und Bildhauerin, die vor allem für ihre monumentalen Assemblagen aus Neon, Bronze, Aluminium, Gips und Holz bekannt ist. Sie gilt heute als eine der wichtigsten Vertreterinnen der frühen Pop Art, des Minimalismus und der Konzeptkunst.
Chryssa studierte von 1953 bis 1954 in Paris, wo sie unter anderem von Alberto Giacometti unterrichtet wurde und mit Künstlern wie André Breton und Max Ernst in Kontakt kam. Von 1954 bis 1955 besuchte sie die California School of Fine Art in San Francisco und zog danach nach New York, wo sie mit ihrer Partnerin, der Künstlerin Agnes Martin, zusammenlebte. Hier lernte sie auch Jasper Johns und Robert Rauschenberg kennen und gehörte zu den Initianten des amerikanischen Nouveau Réalisme, die das Alltägliche zur Kunst erklärten. Auf Andy Warhol übte sie mit ihren Stempel-Gemälden einen nachweislichen Einfluss aus.
Die spektakulären Neonreklamen am Times Square dienten Chryssa als wichtige Inspirationsquelle. Ab 1962 verwendete sie Neonröhren in ihren Kunstwerken und war somit eine der ersten Künstlerinnen, die dieses Werbemedium zum Kunstmaterial erklärte.

Le Corbusier
Le Corbusier (1887, La Chaux-de-Fonds – 1965, Roquebrune-Cap-Martin), eigentlich Charles-Édouard Jeanneret-Gris, war ein schweizerisch-französischer Architekt, Architekturtheoretiker, Stadtplaner, Maler, Zeichner, Bildhauer und Möbeldesigner.
Le Corbusier war einer der einflussreichsten Architekten des 20. Jahrhunderts. Seit 2016 gehören 17 seiner Bauten zum UNESCO-Weltkulturerbe. Sein Pseudonym Le Corbusier nahm er, in Anlehnung an den Namen seiner Urgrossmutter Lecorbésier und das französische Wort corbeau (dt.: Rabe), erstmals in der Zeitschrift L’Esprit nouveau 1920 an. Zeitlebens zeigte er eine grosse Leidenschaft für verschiedenste Ausdrucksmittel: Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen, Lithografie, Wandteppiche, Emaillierung. Er betonte selbst mehrfach, wie wichtig es für sein Forschen und sein architektonisches Schaffen gewesen sei, sich regelmässig und konstant jeden Morgen fünf Stunden dem Malen und Zeichnen zu widmen.

Le Corbusier - Nature morte à la lanterne, 1940 (Detail)

Markus Lüpertz
In Liberec/Böhmen geboren, kam Markus Lüpertz (*1941) im Alter von sieben Jahren mit seiner Familie nach Westdeutschland. Er studierte von 1956 bis 1963 an der Werkkunstschule Krefeld bei Laurens Goosens und an der Kunstakademie Düsseldorf. 1962 zog Lüpertz nach West-Berlin, wo er zusammen mit Bernd Koberling und Karl Horst Hödicke die Selbsthilfegalerie Großgörschen 35 gründete. Entgegen allen zeitgenössischen Tendenzen zur Abstraktion begann Lüpertz, Bilder mit einfachen gegenständlichen Inhalten zu malen.
1976 nahm er eine Professur an der Akademie in Karlsruhe an. Im folgenden Jahr zeigte die Hamburger Kunsthalle einen ersten Überblick seines Werkes, gefolgt von der Kunsthalle Bern und dem Stedelijk Van Abbemuseum, Eindhoven. 1982 nahm Lüpertz an der documenta VII in Kassel teil. 1986 wurde er an die Kunstakademie Düsseldorf berufen, die er seit 1988 als Rektor leitet.

Jonathan Meese
Jonathan Robin Meese (*23.1.1970, Tokio) ist ein deutscher Künstler. Seine Werke umfassen Malerei, Skulpturen, Installationen, Performances, Collagen, Videokunst und Theaterarbeiten. Dabei thematisiert er überwiegend Persönlichkeiten der Weltgeschichte, Ur-Mythen und Heldensagen. Jonathan Meese lebt und arbeitet in Hamburg und Berlin. Ab 1999 nahm Meese an einer Vielzahl von nationalen und internationalen Gruppen- und Einzelausstellungen teil. Dabei wurden besonders Rauminstallationen und Performances gezeigt.
Im Zentrum seines Oeuvres steht Meese selbst; ob in Form von Selbstporträts oder verkleidet in persona, in Aktionen, Collagen, Bildern und Zeichnungen. Die thematischen Inhalte entstammen überwiegend dem Nationalsozialismus, daneben gibt es sprachliche und theatralische Bezüge zur deutschen Philosophie- und Literaturgeschichte.

Jonathan Meese - DER ERZFRISCHESTE MARMORIERTESTE CHEF "ZUKUNFT" MURMELT "GEH WEG", 2013 (Detail)

Jean Prouvé
Jean Prouvé liess sich durch die Architekten der Avantgarde inspirieren und vertrat eine Vorstellung von Design als moralische Aufgabe. Als einflussreicher Designer, Architekt, Ingenieur und Lehrer spielte er im 20. Jahrhundert eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Massenproduktion in der Nachkriegsmoderne. Metall war für den gelernten Kunstschmied der bevorzugte Werkstoff. Mit Hilfe seiner profunden Materialkenntnisse und dem geschickten Einsatz von Verbindungstechniken gelang es ihm jedoch auch Holz auf raffinierte Weise in seinen Möbeln zu integrieren. Für ihn kennzeichnend ist der grossflächige Einsatz der Materialien und die visuelle Sichtbarmachung der auftretenden, physikalischen Kräfte.

Christian Schad
Der deutsche Maler Christian Schad (1894, Miesbach – 1982, Stuttgart) gilt als einer der Hauptvertreter der Neuen Sachlichkeit und wird zu den wichtigsten Protagonisten des Verismus gezählt. 1913, während seines Studiums an der Münchener Kunstakademie, entstanden erste expressionistische Holzschnitte. Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges schloss sich der junge Künstler dem Kreis der Zürcher Dadaisten an und wurde Mitherausgeber der Zeitschrift Sirius.
Nach Zwischenaufenthalten in Rom, Neapel und Wien siedelte er 1928 nach Berlin über, wo er sich dem klaren, realistischen Stil der Neuen Sachlichkeit zuwandte. In seinen als Ikonen in die Kunstgeschichte eingegangenen Porträts schilderte er die Epoche der Goldenen Zwanziger und vermittelte dabei unterschwellig mit schonungslos entlarvendem Detailreichtum die Isolation und Entfremdung des Individuums in der Zwischenkriegszeit. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde Schads Werk zwar nicht als «entartet» kategorisiert, doch die Anerkennung blieb ihm verwehrt. Erst 1972 wurde sein Lebenswerk in einer umfassenden Retrospektive im Palazzo Reale in Mailand geehrt, ebenso 1980 in der Staatlichen Kunsthalle zu Berlin.

Christian Schad - Ödipiade oder Sorgen eines Engagierten / Frage, 1967 (Detail)

 

 

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