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Künstlerförderung

Rudolf Häsler

Lange war der Name Rudolf Häsler kaum jemandem ein Begriff, und dies trotz seines ereignisreichen Lebenslaufs und seines unvergleichbaren künstlerischen Schaffens. Die intensive Beschäftigung und die Aufarbeitung von Rudolf Häslers Werk gipfelte am 12. November 2016 in der Premiere des Dokumentarfilms «Coca-Castro», umrahmt von der zeitgleichen Eröffnung der bisher grössten retrospektiven Ausstellung, die beide von der Galerie Bromer lanciert wurden. Ergänzend zueinander beleuchtete der Film und die Ausstellung Häslers umtriebiges Leben als Weltbürger und sein malerisches Werk als Fotorealist der ersten Stunde. Im Frühjahr 2017 wurde das von Häsler verfasste und erstmals 1972 erschienene Buch «Kuba – Freiheit oder Terror: Ein Maler erlebt die Revolution» von Edition Bromer in einer Neuauflage zweisprachig herausgegeben. Schliesslich stellte die im Juni 2017 in der Edition Bromer erschienene 476-seitige Künstlermonografie zu Rudolf Häsler den Höhepunkt im Zuge der Bemühungen um das bemerkenswerte Oeuvre des aussergewöhnlichen Schweizer Künstlers dar.

Rudolf Häsler »Gartenanlage«, 1954, Inv.-Nr.1-2441
Rudolf Häsler »Fahrräder in Beijing«, 1992, Inv.-Nr.1-2235
Rudolf Häsler »Bus Clark Harrison, Chicago«, 1982, Inv.-Nr.1-2221
Rudolf Häsler »Carrer de Aragó 262«, 1987, Inv.-Nr.5-482
Rudolf Häsler »Strasse in Argel«, 1997, Inv.-Nr.1-2210
Zum Künstler
Rudolf Häsler
Interlaken, 1927 — 1999

Rudolf Häsler (1927, Interlaken – 1999, Sant Cugat del Vallès) war ab 1947 in Interlaken als Primarlehrer tätig. Gleichzeitig nahm er Malunterricht und reiste durch Europa. 1952 gab er seinen Lehrerberuf auf und widmete sich komplett der Kunst. Reisen in die Sahara, nach Sevilla, Granada, Italien, Jugoslawien und Andalusien folgten. 1956 lernte er in Granada die Kubanerin María Dolores Soler kennen. 1957 reiste er mit ihr in ihre Heimatstadt Santiago de Cuba und heiratete sie dort. Fasziniert vom Land, entschied sich Häsler in Kuba zu bleiben und gründete dort eine Familie.
In Kuba erlebte Häsler den Höhepunkt der Kubanischen Revolution von dessen Aufbruchsstimmung er selbst begeistert war. Er wollte sich aktiv an diesem gesellschaftlichen Wandel beteiligen und schloss sich einer Künstlergruppe an, die sich insbesondere der Kunst am Bau widmete. Weiter entwickelte er ein Konzept zum Aufbau einer landesweiten Keramik-Industrie, welches von der Regierung genehmigt wurde. Er stieg zum geschäftsführenden Berater im neugegründeten Nationalinstitut für Kunstgewerbe auf und wurde 1960 zum Direktor befördert. Nach dem argentinischen Revolutionshelden Ernesto «Che» Guevara, der damalige Industrieminister, war Häsler der zweithöchste ausländische Abgeordnete im kubanischen Staat.