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#artworkoftheweek

Rudolf Häsler - Bar in Haarlem. New York, 1987

  

Rudolf Häsler - Bar in Haarlem. New York, 1987
Acryl auf Holz
68 x 102 cm

Das Acrylgemälde «Bar in Haarlem. New York» entstand 1987 während Häslers urbanen Streifzüge in der amerikanischen Metropole. Die dichten fotorealistischen Werke repräsentieren eine pulsierende, vom Konsum diktierten Welt, in der Plakate, Anschriften und Werbeflächen für allerlei Produkte werben.

Die dominierende rote Farbgebung fällt besonders auf: Die Ziegelmauer, die lackierte Eingangstüre und das Vordach aus Plachen-Stoff sind alle im exakt selben roten Farbton gehalten. Dennoch vermag Häsler durch gezielte Licht- und Schattensetzung die unterschiedlichen Materialitäten in ihrer charakteristischen Oberflächenbeschaffenheit nuanciert voneinander abzuheben. Sein gekonnter Umgang mit dem Licht wird auch in den Leuchtschriften und den subtilen Spiegelungen im Glasfenster erkennbar.

Die technische Virtuosität dieses Bildes, seine poetische Sichtweise und seine latente Gesellschaftskritik machen es zu einem der bedeutendsten Werke Rudolf Häslers.

Zum Künstler
Rudolf Häsler
Interlaken, 1927 — 1999

Rudolf Häsler (29.7.1927, Interlaken - 18.1.1999, Sant Cugat del Vallès) war ab 1947 in Interlaken als Primarlehrer tätig. Gleichzeitig nahm er aber Malunterricht und reist durch Europa. 1952 gab er seinen Lehrerberuf auf und widmete sich komplett der Kunst. Reisen in die Sahara, nach Sevilla, Granada, Italien, Jugoslawien und Andalusien folgten. 1956 lernte er in Granada die Kubanerin María Dolores Soler kennen. 1957 reiste er mit ihr in ihre Heimatstadt Santiago de Cuba und heiratete sie dort. Fasziniert von dem Land, entschied sich Häsler in Kuba zu bleiben und gründete dort eine Familie.
Auf Kuba erlebte Häsler den Höhepunkt der Kubanischen Revolution von dessen Aufbruchsstimmung er selbst begeistert war. Er wollte sich aktiv an diesem gesellschaftlichen Wandel beteiligen und schloss sich einer Künstlergruppe an, die sich insbesondere der Kunst am Bau widmete. Weiter entwickelte er ein Konzept zum Aufbau einer landesweiten Keramik-Industrie, welches von der Regierung genehmigt wurde. Er stieg zum geschäftsführenden Berater im neugegründeten Nationalinstitut für Kunstgewerbe auf und wurde 1960 zum Direktor befördert. Nach dem argentinischen Revolutionshelden Ernesto «Che» Guevara, der damalige Industrieminister, war Häsler damals der zweithöchste ausländische Abgeordnete im kubanischen Staat.