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#artworkoftheweek

Rudolf Häsler - Graphik Serie 1973 - 1975

  

Rudolf Häsler »Ante el quiosco«, 1973 - 1975, Inv.-Nr.5-464

Rudolf Häsler erlebte in Kuba den Höhepunkt der kubanischen Revolution und war somit hautnah bei einem bedeutendsten Kapitel des zwanzigsten Jahrhunderts dabei. Nachdem Häsler 1967 Kuba verliess, zog es den gebürtigen Schweizer zuerst nach Katalonien. Die Rückkehr nach Europa bedeutete für ihn nicht nur das Ende einer Ära, sondern auch den Beginn einer neuen malerischen Schaffensphase. Konfrontiert mit seiner neuen Umgebung, entstand in Barcelona eine 10-teilige Grafik-Serie, die den neu aufkommenden Konsumgeist der 70er Jahre dokumentiert. Da seine fotografischen Aufnahmen der Ramblas in Barcelona zu verschwommen waren, stellte Häsler die verschiedenen, von ihm beobachteten Szenen in seinem Atelier nach, mit der Hilfe von Freunden und Nachbarn. Wie viele seiner Pop Art Zeitgenossen arbeitet Häsler mit Themen der Alltagskultur. In der Serie finden sich Collagenhafte Eindrücke von Werbung, Massenmedien und popkultureller Anekdoten.

Rudolf Häsler »Ante el quiosco«, 1973 - 1975, Inv.-Nr.5-464
Rudolf Häsler »Otoño - Invierno«, 1973 - 1975, Inv.-Nr.5-465
Rudolf Häsler »Escalera mecánica«, 1973 - 1975, Inv.-Nr.5-466
Rudolf Häsler »La "catedral de los pantalones"«, 1973 - 1975, Inv.-Nr.5-469
Rudolf Häsler »Semáforo en rojo«, 1973 - 1975, Inv.-Nr.5-472
Rudolf Häsler »Foulard«, 1973 - 1975, Inv.-Nr.5-463
Zum Künstler
Rudolf Häsler
Interlaken, 1927 — 1999

Rudolf Häsler (29.7.1927, Interlaken - 18.1.1999, Sant Cugat del Vallès) war ab 1947 in Interlaken als Primarlehrer tätig. Gleichzeitig nahm er aber Malunterricht und reist durch Europa. 1952 gab er seinen Lehrerberuf auf und widmete sich komplett der Kunst. Reisen in die Sahara, nach Sevilla, Granada, Italien, Jugoslawien und Andalusien folgten. 1956 lernte er in Granada die Kubanerin María Dolores Soler kennen. 1957 reiste er mit ihr in ihre Heimatstadt Santiago de Cuba und heiratete sie dort. Fasziniert von dem Land, entschied sich Häsler in Kuba zu bleiben und gründete dort eine Familie.
Auf Kuba erlebte Häsler den Höhepunkt der Kubanischen Revolution von dessen Aufbruchsstimmung er selbst begeistert war. Er wollte sich aktiv an diesem gesellschaftlichen Wandel beteiligen und schloss sich einer Künstlergruppe an, die sich insbesondere der Kunst am Bau widmete. Weiter entwickelte er ein Konzept zum Aufbau einer landesweiten Keramik-Industrie, welches von der Regierung genehmigt wurde. Er stieg zum geschäftsführenden Berater im neugegründeten Nationalinstitut für Kunstgewerbe auf und wurde 1960 zum Direktor befördert. Nach dem argentinischen Revolutionshelden Ernesto «Che» Guevara, der damalige Industrieminister, war Häsler damals der zweithöchste ausländische Abgeordnete im kubanischen Staat.