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#artworkoftheweek

Rudolf Urech-Seon - Composition 11, o.J.

   

Rudolf Urech-SeonComposition 11, o.J.
Öl auf Leinwand
101 x 106 cm

In Composition 11 schafft Rudolf Urech-Seon (1876-1959) eine abstrakte Komposition aus geschwungenen monochromen Farbflächen, in der er sich jedoch immer noch der Figuration verschreibt.
In einer reduzierten Farbpalette aus sieben Farbtönen fügt er die gewundenen Flächen zu zwei sich gegenüber befindende Figuren zusammen. Diese erzeugen unvermeidlich die Assoziation zu geheimnisvollen Mischwesen – Albe, die mit subtilen menschlichen Attributen versehen sind. Am frappantesten fallen die Augenpartien auf, die gleichzeitig die einzigen strichartigen Umrandungen auf dem Gemälde darstellen. Die beiden Figuren scheinen gar partikuläre Wesensmerkmale zu besitzen: während sich die Figur am rechten Bildrand dominant und straff aufbäumt, scheint die linke Figur eingeschüchtert in sich zusammenzufallen. Der geschwungene Arm der rechten Figur hält eine rote Kugel vor sich hin, die zugleich das Zentrum der gesamten Komposition bildet.
Urech-Seons Gemälde entbehrt räumliche Tiefe, dennoch ist zweifelslos eine Leserichtung und eine gewisse Räumlichkeit festzumachen. Demgegenüber verstärkt der flächige Farbauftrag mit dünnen Malschichten den Eindruck von zweidimensionaler Flächigkeit. Gekonnt scheint der Künstler solche kleinen Gegensätzlichkeiten auszureizen und seiner Komposition dadurch zusätzliche Spannkraft zu verleihen.

Dieses Gemälde und weitere Kunstwerke können in unserer Online Galerie erworben werden.

Zum Künstler
Rudolf Urech-Seon
Seon, 1876 — 1959

Nach der Flachmalerlehre gründete Rudolf Urech (18.2.1876, Seon - 23.7.1959, Seon) 1905 in seinem Heimatdorf Seon im Kanton Aargau ein Malergeschäft und heiratete im selben Jahr Marie Baumann. Trotz einer gesicherten familiären und beruflichen Situation, entschied sich Urech von 1913 bis 1916 die Münchner Kunstakademie zu besuchen und eine künstlerische Laufbahn einzuschlagen. 1918 kehrte er nach Seon zurück und verlässt ab dann das Dorf nur noch selten. Fortan nennt er sich Urech-Seon, um sich vom gleichnamigen Basler Maler Rudolf Urech (1888–1951) abzugrenzen.