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#artworkoftheweek

Rudolf Urech-Seon - Composition W, 1941

   

Rudolf Urech-Seon - Composition W, 1941
Öl auf Leinwand
85 x 100 cm

In den 1940er Jahren erreicht die künstlerische Entwicklung der Abstraktion in Rudolf Urech-Seons Bildern einen Höhepunkt. Es entstehen vermehrt rein abstrakte Kompositionen mit geometrischen und geschwungenen Formen in leuchtenden Farben. Urech-Seons Alterswerk ist gekennzeichnet durch ein stark reduziertes Farbenrepertoire und eine repetitiv eingesetzte Formensprache.

Zu diesen abstrakten Malereien zählt das Werk Composition W aus dem Jahr 1941. Das zentrale, oval-förmige Hauptmotiv nimmt dem gesamten Bildraum ein und stösst auf allen Seiten an den Bildrand an. Der Hintergrund teilt sich in zwei Farbflächen und erinnert durch die Farben Braun und Blau an die klassische Landschaftsunterteilung in Erde und Himmel. Obwohl der Künstler keine Perspektive in das Bild einbringt, erreicht er durch die sorgfältige Farbauswahl und das Arrangieren der Farbflächen zu einer einheitlichen Formenkonstellation eine gewisse Tiefe und Plastizität.

In seinen heimischen Künstlerkreisen wurde Urech-Seons Weg in die Abstraktion stark kritisiert. Erst als der Künstler 1947 der Allianz (Vereinigung der modernen Künstler in der Schweiz) beitritt, erfährt seine Arbeit Anerkennung. Folglich kann er seine Werke in den drei Allianz-Ausstellungen im Kunstverein St. Gallen (1947), im Kunsthaus Zürich (1947) und im Helmhaus Zürich (1954) zeigen, sowie 1948 und 1950 im Rahmen des Salon des Realités Nouvelles in Paris.

Zum Künstler
Rudolf Urech-Seon
Seon, 1876 — 1959

Nach der Flachmalerlehre gründete Rudolf Urech (18.2.1876, Seon - 23.7.1959, Seon) 1905 in seinem Heimatdorf Seon im Kanton Aargau ein Malergeschäft und heiratete im selben Jahr Marie Baumann. Trotz einer gesicherten familiären und beruflichen Situation, entschied sich Urech von 1913 bis 1916 die Münchner Kunstakademie zu besuchen und eine künstlerische Laufbahn einzuschlagen. 1918 kehrte er nach Seon zurück und verlässt ab dann das Dorf nur noch selten. Fortan nennt er sich Urech-Seon, um sich vom gleichnamigen Basler Maler Rudolf Urech (1888–1951) abzugrenzen.